Wenn Du meinen Blog schon etwas länger liest, dann weißt Du höchstwahrscheinlich, dass ich mit den sozialen Medien mehr oder weniger auf Kriegsfuß stehe. Zumindest gilt das für die Netzwerke von Big Tech, die alles daransetzen, Dich möglichst lange auf ihrer Plattform zu halten, damit sie Dir möglichst viel Werbung zeigen und möglichst viele Deiner Daten absaugen können.
Nachdem ich jedoch Anfang August mit der scamper.community ins Fediverse gewechselt bin und Austin Kleons kleines Büchlein Show Your Work! gelesen habe, hatte ich vier Learnings über Social Media, die ich hier und heute mit Dir teilen möchte.
Learning #1: Die Menschen finden Dich, nicht Du die Menschen
Das Grundprinzip aus Show Your Work! ist eigentlich nichts anderes als Learning in public. Wenn Du Social Media aus dieser Perspektive betrachtest, geht es also nicht darum, dass Du als Solopreneur Deine Zielgruppe findest, sondern darum, dass Deine Zielgruppe Dich findet.
Learning #2: Denke in Prozessen und nicht in Produkten
Das zweite wichtige Learning, das ich bei der Lektüre von Show Your Work! hatte, war, dass Dein Endprodukt oder Dein Angebot ziemlich nebensächlich ist.
Menschen interessieren sich für andere Menschen und das, was andere Menschen tun.
Wenn Du soziale Netzwerke nutzen willst, um sichtbarer zu werden, dann geht es nicht darum, Deine fertigen Ergebnisse, sondern ihren Entstehungsprozess mit anderen zu teilen. Denn das erlaubt den Menschen in Deinem Netzwerk, die Person hinter dem Produkt (oder Angebot) zu sehen.
Teile jeden Tag ein bisschen
Statt also zu versuchen, Deinen neuesten Blogbeitrag, Deine neueste Podcastfolge oder Dein neuestes Workshopangebot an den Mann bzw. die Frau zu bringen, ist es viel sinnvoller, den Entstehungsprozess Deines Blogbeitrags, Deiner neuesten Podcastfolge oder Deines Workshops zu dokumentieren und Dir bei der Arbeit über die Schulter schauen zu lassen.
- In einem frühen Stadium kannst Du zum Beispiel Deine Einflüsse oder Deine Inspirationsquellen teilen.
- Wenn Du bereits mitten in der Arbeit steckst, kannst Du Deine Lieblingsmethoden oder Deinen Work In Progress teilen.
- Erst am Ende Deines Prozesses solltest Du das finale Produkt teilen oder noch besser: Schreib darüber, was Du hinzugelernt hast.
Du teilst also keine Katzenbilder, sondern stets Dinge, die etwas mit Deiner Arbeit zu tun haben. (Es heißt ja auch Show Your Work! und nicht Show Your Cat! 😉)
Was Du alles teilen kannst
Tatsächlich ist das Ganze sehr viel einfacher, als Du jetzt vielleicht gerade denkst. Hier mal eine (unvollständige) Liste von Dingen, die Du auf Social Media mit Deinem Netzwerk teilen kannst:
- Woher holst Du Dir Deine Inspiration? Mit welchen Gedanken füllst Du Deinen Kopf?
- Was liest Du? Welche Newsletter hast Du abonniert? Welche Internetseiten besuchst Du regelmäßig?
- Welche Musik hörst Du? Welche Filme schaust Du? Welche Kunst magst Du?
- Was sammelst Du? Was hängt an Deiner Pinnwand? Was hängt an Deinem Kühlschrank?
- Wessen Arbeit bewunderst Du? Von wem klaust Du Ideen? Wer sind Deine Helden?
- Wem folgst Du online? Wen bewunderst Du?
Deine Einflüsse und Inspirationsquellen sind es wert, geteilt zu werden, weil sie den Menschen eine Idee davon geben, wer Du bist und was Du tust. (Manchmal sogar mehr als Deine eigene Arbeit.)
Learning #3: Teile Dein Wissen
Mach nicht so viel Bohei & Geheimniskrämerei um Dein Know-how und Deine Skills. Selbst wenn Du all Dein Wissen verschenkst, bedeutet das nicht, dass andere Dich sofort kopieren können und Du jeden Wettbewerbsvorteil verlierst.
Du darfst nicht vergessen, dass andere Menschen jahrelanges Training benötigen, um auf Deinen Level zu kommen. Selbst wenn sie alles wissen, was Du weißt, heißt das noch lange nicht, dass sie auch alles können, was Du kannst.
Wenn Du hingegen Dein Wissen, Dein Know-how und Deine Skills bereitwillig mit anderen teilst, dann hilfst Du ihnen dabei, besser zu werden und Deine eigene Arbeit leichter zu verstehen. Letzten Endes machst Deine eigene Arbeit dadurch noch wertvoller.
Teile also Deine Leseliste, verweise auf gute Quellen und Materialien, erstelle Tutorials oder Howtos. (Ja, das schreibt man so. Hab ich extra nachgeguckt.)
Learning #4: Wenn Du interessant sein willst, musst Du interessiert sein
Wenn Du Fans möchtest, dann sei zuerst selbst ein Fan. Wenn Du von einer Community akzeptiert werden willst, dann sei vor allem und zuallererst ein gutes Mitglied dieser Community.
Der Schlüssel für die richtigen Verbindungen ist gute Arbeit. Denn nur so verbindest Du Dich ganz natürlich mit den Menschen, die sich für die gleichen Dinge interessieren wie Du. (Also, nur noch einmal zur Sicherheit: Teile keine Katzenbilder!)
Je besser Deine Arbeit ist, desto natürlicher entstehen diese Verbindungen.
Mach Dir keine Sorgen, wie viele Menschen Dir folgen, sondern mach Dir Gedanken über die "Qualität" dieser Menschen. Verbinde Dich mit den richtigen Menschen und nicht mit möglichst vielen. Sprich nicht mit Menschen, mit denen Du nicht sprechen willst, und sprich nicht über Dinge, über die Du Dich nicht unterhalten möchtest.
Mach das, was Du liebst, und sprich (nur) über das, was Du liebst, und Du ziehst die Menschen an, die das Gleiche lieben wie Du.
So einfach ist das.


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