Unter "Pen & Paper"-Spielern gibt es eine altbekannte Weisheit: "Du musst nicht schneller sein als der Drache. Du musst nur schneller als Deine Kumpel." Und was für Rollenspieler gilt, gilt auch für Dich als Solopreneur.
Du musst nicht besser sein als Deine Mitbewerber. Du musst besser sein als das, was Deine Zielgruppe aktuell nutzt.
Als Solopreneur hast Du den kompletten Überblick über Deinen Markt und Deine Branche. Du kennst Deine Mitbewerber, ihre Angebote, ihre Produkte und ihre Dienstleistungen so gut wie Deine eigene Westentasche.
Und auch wenn das grundsätzlich erstmal gut und richtig ist, verstellt Dir dieses Wissen den Blick auf das Wesentliche.
Deine Kunden kennen all das (meistens) nicht
Deine Kunden kennen Deinen Markt meistens nicht so gut wie Du. Sie haben nicht den gleichen, umfassenden Überblick über Angebote, Produkte und Dienstleistungen.
Zum Beispiel weil sie Angebote wie Deine zum ersten Mal kaufen und sich noch nie damit beschäftigt haben. Oder weil der Markt einfach viel zu groß ist, das Angebot überwältigend und sie gar keine Zeit haben, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Oder weil sie sich gar nicht dafür interessieren.
Deine Kunden vergleichen Dein Angebot viel weniger mit den Angeboten Deiner Wettbewerber als Du denkst.
Sie vergleichen es mit ihrer aktuellen Lösung.
Wenn Du zum Beispiel eine Software für To-dos und Aufgaben anbietest und Deine Zielgruppe dazu derzeit Zettel & Stift verwendet, musst Du nicht besser sein als andere To-do-Apps, sondern besser als Zettel & Stift.
Es gibt viele Möglichkeiten, Jobs zu erledigen
Wenn Du weißt, was Deine Kunden aktuell nutzen, um ihre Jobs to Be Done zu erledigen, welche Ziele sie damit verfolgen und welche Probleme ihre aktuelle Lösung erzeugt, bist Du einen großen Schritt weiter.
Denn nun kannst Du sehen, dass Deine Zielgruppe mannigfaltige Optionen hat, ihre Herausforderungen zu lösen, und dass Deine wahren Wettbewerber höchstwahrscheinlich gar nicht zu Deiner Branche gehören.
To-dos lassen sich zum Beispiel mit den folgenden Lösungen planen und organisieren:
- Zettel & Stift
- To-do-Apps (Deine Branche)
- Mnemotechniken (für Denksportler)
- Kanban Board mit Post-its
- Notizbuch
- Taschenkalender & Journals
- Familienkalender in der Küche
- Assistent oder Sekretär (für Menschen mit viel Geld)
- Diktiergerät
- E-Mails (Verrückt, ich weiß. Aber das machen echt viele Menschen, die ich kenne.)
- Gar nichts tun – und Aufgaben erst dann erledigen, wenn andere einen daran erinnern.
Wenn Du nur die Angebote Deiner Branche im Blick hast, um Dein eigenes "besser" zu machen, dann kann es leicht passieren, dass Du zwar besser bist als alle anderen Angebote in Deinem Markt – aber nicht besser als das, was Deine Zielgruppe aktuell nutzt.
5 Dinge, die Du tun kannst, um "besser zu sein als..."
- Sprich mit Menschen Deiner Zielgruppe.
- Entdecke ihre Jobs to Be Done (JTBD) und verstehe, welche Ziele & Ergebnisse sie damit erreichen wollen.
- Finde heraus, was Deine Kunden aktuell nutzen, um ihre JTBD zu erledigen, und welche Herausforderungen und Probleme dadurch entstehen.
- Mach Dir ein präzises Bild vom Kontext und der Situation, in der sich Deine Kunden befinden und fertige eine User Persona oder Job Story an.
- Denke branchenübergreifend – Deine Kunden tun es nämlich auch.


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