Als Solopreneur gehst Du Deinen eigenen Weg. Aber manchmal wäre es doch hilfreich, sich nicht immer alles alleine aus den Rippen schneiden zu müssen, oder? Hast Du schon jemanden, der Dir ein ehrliches Feedback oder eine neue Perspektive gibt, wenn Deine Gedanken in der Sackgasse stecken? Oder einfach mal jemanden, der Dich wieder auf Kurs bringt, wenn der Alltag Dich vom Wesentlichen ablenkt?

So ein Netzwerk entsteht nicht von alleine. Aktives Netzwerken ist deshalb ein ein wichtiges Element für Deinen Erfolg also Solopreneur.

Networking hilft Dir dabei, Dich mit Menschen zu umgeben, die Dich wachsen sehen wollen

Echtes Networking ist aber weit mehr als Kaffeeklatsch, Visitenkarten tauschen oder coole Reels auf Instagram zu posten. Es ist ein strategisches Werkzeug, mit dem Du als Solopreneur Dein Business voranbringst und neue Impulse bekommst. Warum das so ist und worauf Du dabei achten solltest, erfährst Du in diesem Blogartikel.

Warum Netzwerken für Dich als Solopreneur entscheidend ist

Vor einigen Jahren haben wir alle am eigenen Leib erfahren, wie schnell sich ein Virus in einem Netzwerk ausbreiten kann. Und bevor es einen Impfschutz gab, konnte der Corona-Virus nur durch rigorose Kontaktbeschränkungen gestoppt werden. Doch in Netzwerken verbreiten sich nicht nur Viren. Auch Emotionen, Verhaltensweisen, Meinungen, Ideen und sogar Werte und Einstellungen verbreiten sich über Netzwerke. (Oft schneller, als uns bewusst ist.)

Die Netzwerkforscher Nicholas Christakis und James Fowler haben gezeigt, dass Netzwerke höchst ansteckend sind und einen immensen Einfluss darauf haben, was wir tun, welche Einstellungen wir haben, welche Chancen sich uns bieten oder welche Informationen wir haben.

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Und weil wir Menschen soziale Wesen sind, sind wir immer Teil eines Netzwerks. Unabhängig davon, ob wir das nun wollen oder nicht. Genau deshalb lohnt es sich für Dich, genauer hinzuschauen, in welchen Netzwerken Du Dich befindest und welchen Einfluss sie auf Dich haben.

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Netzwerken bedeutet, dass Du aktiv Verbindungen zu anderen Menschen aufbaust, um Dein Netzwerk so zu gestalten, dass es Dich bestmöglich unterstützt und fördert.

Echtes Networking ist also sehr viel mehr als Smalltalk, das Sammeln von LinkedIn-Kontakten oder Followern auf Instagram. Es ist ein strategisches Werkzeug, das Dich als Solopreneur erfolgreicher macht. Sofern es Dir gelingt Dein Netzwerk so zu gestalten, dass es einen positiven Einfluss auf Dich ausübt. Die Grundidee hinter aktivem Netzwerken ist, dass Du es nicht dem Zufall überlässt, in welchem Netz von Beziehungen Du Dich befindest.

Networking bietet Dir vor allem vier entscheidende Vorteile:

  1. Netzwerken macht Dich erfolgreicher.
  2. Kreativität gibt's nur im Plural!
  3. Netzwerke stärken Deine Resilienz und Dein Wohlbefinden.
  4. Netzwerke sind ein Wachstumsbooster.

Netzwerken machen Dich erfolgreicher

Durch aktives Netzwerken umgibst Du Dich mit Menschen, die Dich inspirieren, unterstützen und auch herausfordern. Du erfährst schneller von Chancen, bekommst ehrliches Feedback und bleibst motiviert. Auch wenn es mal schwierig wird.

Netzwerken bedeutet, Dich bewusst mit Menschen zu verbinden, die Dich wachsen sehen wollen. Und genau deshalb solltest Du Networking zu einem festen Bestandteil Deines Alltags als Solopreneur machen.

Kreativität gibt's nur im Plural!

Es gibt aber noch einen weiteren guten Grund, als Sologründer aktiv zu netzwerken. Denn obwohl Forschung und Wissenschaft seit Jahrzehnten immer wieder belegen, dass der Austausch mit anderen der beste Nährboden für innovative Ideen und kreative Lösungen ist, hält sich hartnäckig der Aberglaube vom "kreativen Genie", das im stillen Kämmerlein bahnbrechende Erkenntnisse hat.

Der Kreativitätsforscher Olaf-Axel Burow spricht deshalb von Kreativen Feldern, die die Entstehung von Innovation und genialen Ideen überhaupt erst möglich machen. Oder kurz gesagt: "Kreativität gibt's nur im Plural." Und auch wenn Du Kreative Felder nicht "erzwingen" kannst, so kannst Du ihre Entstehung durch geschicktes Netzwerken zumindest fördern und begünstigen.

Kreative Felder - Kreativität gibt’s nur im Plural!
Kreative Felder sind der notwendige Nährboden, damit innovative Ideen entstehen und Menschen ihr volles Potenzial entfalten können.

Netzwerke stärken Deine Resilienz & Wohlbefinden

Networking hat jedoch nicht nur Einfluss auf Erfolg und innovative Ideen, sondern fördert auch auf Deine Resilienz und Dein Wohlbefinden.

Ein besonders beeindruckendes Beispiel dafür sind die Moai-Gruppen auf Okinawa. Diese Gruppen bestehen oft ein Leben lang und bieten ihren Mitgliedern emotionale und praktische Unterstützung – in guten wie in schlechten Zeiten. Forschungen rund um die sogenannten Blue Zones zeigen, dass solche Netzwerke wesentlich dazu beitragen, gesund und glücklich alt zu werden.

Netzwerken kann also nicht nur Dein Business voranbringen, sondern Dich auch mental stärken, motivieren und durch herausfordernde Zeiten tragen. Eine Ressource, die gerade für Dich als Solopreneur von unschätzbarem Wert ist.

Netzwerke sind Wachstumsbooster

Viertens ist Netzwerken ein echter Wachstumsbooster für Dich und Dein Business. In seinem Buch Geben & Nehmen (Give and Take) beschreibt Adam Grant, dass Menschen, die anderen helfen und ihr Wissen teilen, langfristig erfolgreicher sind. Denn sie schaffen dadurch Verbindungen, die auf Vertrauen und gegenseitiger Unterstützung basieren. Und genau diese Verbindungen sind es, die auch Dein eigenes Wachstum begünstigen.

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Wenn Du aktiv netzwerkst, kannst Du anderen helfen, ihre Ziele zu erreichen, und erhältst im Gegenzug oft Unterstützung, Wissen, Kontakte oder wertvolle Tipps, die Dich selbst weiterbringen. Dadurch wird Networking zum Booster für Dein persönliches Wachstum: Du wächst nicht nur als Solopreneur, sondern auch persönlich, weil Du mit Menschen in Kontakt kommst, die Dich inspirieren und ermutigen, Deinen Weg weiterzugehen.

Woran Du gute Netzwerke erkennst

Wenn Du damit beginnst, Dich mit anderen Menschen aktiv zu verbinden und überlegst, einem Netzwerk beizutreten, gibt es einige Dinge, auf die Du achten solltest. Natürlich sind die folgenden Punkte immer auch davon abhängig, was Du persönlich von Deinem Netzwerk erwartest. Deshalb solltest Du sie nur als grobe Richtlinie verstehen, über die Du nachdenken kannst bzw. solltest.

Worum geht es in diesem Netzwerk?

Jedes gute Netzwerk hat einen gemeinsamen Kern oder ein "Oberthema". Je klarer dieses Thema ist und je mehr es mit Deinen eigenen Zielen und Werten übereinstimmt, desto relevanter wird das Netzwerk natürlich auch für Dich. Gleichzeitig stärkt ein gemeinsames Thema die Verbindungen zwischen den Mitgliedern, weil sie ähnliche Fragen, Herausforderungen und Ziele teilen.

Wie vielfältig ist das Netzwerk?

Achte darauf, dass in einem Netzwerk unterschiedliche Perspektiven und Hintergründe vertreten sind. Vielfalt sorgt dafür, dass Du häufiger neue Impulse und Ideen bekommst, die Dich weiterbringen, statt immer nur "im eigenen Saft zu köcheln".

Abstrakte Darstellung von Menschen in einem Netzwerk, verbunden durch Linien und Knoten.
Achte beim Netzwerken auf Vielfalt und Offenheit einer Community

Je ähnlicher Dir die Menschen in Deinem Netzwerk sind, desto weniger neue Impulse und Ideen wirst Du erhalten. Im besten Fall findest Du in solchen Netzwerken Synergiepartner, die dort ihre Stärken haben, wo Du Deine Schwächen hast (und umgekehrt).

Wie offen ist das Netzwerk?

Offene Netzwerke heißen neue Mitglieder willkommen, sind neugierig und geben ihr Wissen bereitwillig weiter. Geschlossene Netzwerke wirken hingegen oft elitär und sind eher hinderlich für einen echten Austausch.

Achte darauf, wie einfach es ist, Fragen zu stellen oder Dich einzubringen.

Natürlich kann es manchmal sinnvoll sein, Dich gezielt mit Menschen zu vernetzen, die bereits auf einem hohen Level angekommen und Experten auf einem bestimmten Gebiet sind. Achte jedoch darauf, wie diese Experten mit Menschen umgehen, die dieses Level noch nicht erreicht haben. Teilen sie bereitwillig ihr Wissen und bieten aktiv ihre Unterstützung an? Oder grenzen sie sich gezielt von Anfängern und Einsteigern ab und bleiben lieber unter sich?

Wie aktiv ist das Netzwerk?

Außerdem solltest Du natürlich darauf achten, wie aktiv das Netzwerk ist. Denn es bringt Dir ja nichts, wenn Du Dich zwar einem Netzwerk beigetreten bist, aber sich dort niemand austauscht. Dann bist Du zwar Teil eines Netzwerks, aber hast nur viele Kontakte, die Dich weder unterstützen noch ihr Wissen mit Dir teilen.

Und damit meine ich jetzt nicht zwangsläufig, dass in einem Forum jeden Tag 3.000 neue Beiträge veröffentlicht werden oder jede Woche zwei gemeinsame Treffen stattfinden, damit ein Netzwerk wirklich "aktiv" ist. Aber wenn dort jemand eine Frage stellt und nach drei Tagen immer noch niemand darauf geantwortet hat, bringt Dir dieses Netzwerk schlichtweg nichts.

Wie interagiert das Netzwerk?

Außerdem solltest Du die Art der Interaktionen in einem Netzwerk beobachten. Hier scheiden die meisten "sozialen Netzwerke" schon einmal aus. Denn die meisten von ihnen werden durch ihren Algorithmus als sinnvolles Netzwerk vollkommen nutzlos. Das liegt vor allem daran, weil Einbahnstraßen-Kommunikation belohnt wird. Einige wenige berühmte Personen (Influencer) senden ihre Botschaften und alle anderen folgen, teilen und liken.

Ein schwarzes Megafon auf rotem Hintergrund verdeutlicht einseitige Kommunikation in vielen sozialen Netzwerken im Gegensatz zu einem echtem Netzwerk.
In Social-Media-Netzwerken geht es meistens nur darum, Botschaften zu senden, die andere teilen sollen.

Ich will hier gar nicht den großen Social-Media-Kritiker heraushängen lassen, aber es gibt einen Grund, warum Social Media in erster Linie ein Marketing-Kanal und kein echtes Netzwerk ist.

Echtes Netzwerken besteht nicht darin, Deine Zielgruppe von Deinem neusten Top-Angebot wissen zu lassen. Networking bedeutet auch nicht, dass Deine Follower Deine Botschaft verbreiten sollen und ihre einzige Daseinsberechtigung darin besteht, auf den Teilen-Button zu klicken.

Gut Netzwerke zeichnen sich durch hilfreiche Interaktionen und inspirierende Impulse aus. In guten Netzwerken geht es nicht um Dich, sondern um die anderen. (Und zwar für jeden.)

Achte deshalb darauf, ob Menschen in einem Netzwerk geholfen wird, wenn sie Fragen haben oder ob es Veranstaltungen gibt, die einen Austausch auf Augenhöhe ermöglichen, wie zum Beispiel Barcamps oder Meetups.

Wie groß ist das Netzwerk?

Zuletzt solltest Du natürlich auch die Größe eines Netzwerks berücksichtigen. Und dabei ist "größer" nicht automatisch immer auch "besser".

Natürlich kann es verführerisch sein, sich einer Community anzuschließen, die Hunderte oder sogar Tausende Mitglieder hat. Aber je mehr Mitglieder in so einem Netzwerk sind, desto unübersichtlicher wird es auch und umso leichter kannst Du als Neuankömmling darin untergehen.

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Prüfe deshalb, ob es auch kleinere Themengruppen innerhalb einer sehr großen Community gibt.

Strategien für wirksames Netzwerken

Wie Du siehst, kannst Du Dir durch Networking einen ganz neuen Kosmos erschließen. Falls Du noch ganz am Anfang stehst, möchte ich Dir deshalb zum Schluss noch ein paar hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben.

Tipp #1: Sei offen für lose Bekanntschaften

Ironischerweise kommen kreative Ideen und Impulse oft nicht durch unsere engsten und stärksten Kontakte zustande, sondern viel häufiger durch schwache Verbindungen, sogenannte Weak Ties. Entdeckt wurde dieses Phänomen bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts vom Soziologen Mark Granovetter.

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Das Weak-Ties-Phänomen entsteht vor allem dadurch, dass in Deinem direkten Netzwerk oft jeder die gleichen Informationen hat. (Weil sich eben alle mit den gleichen Themen beschäftigen.) Nach und nach gleicht sich der Wissensstand an, wodurch es dann kaum noch zu neuen Impulsen kommt.

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Salopp gesagt, braucht es deshalb manchmal einen Schuss "frisches Blut" durch Menschen, die in vollkommen anderen Gefilden unterwegs sind.

Konzentriere Dich beim Netzwerken deshalb nicht nur darauf, enge Bindungen zu bestimmten Personen aufzubauen, sondern pflege auch lose Bekanntschaften und triff Dich mit Menschen, die Du lange nicht mehr gesehen hast.

Tipp #2: Probiere "Working Out Loud" aus

Vor gut 10 Jahren sorgte die Working-Out-Loud-Methode (WOL) für einen echten Hype. John Stepper lieferte mit WOL eine sehr praxisorientierte Methode, die auf fünf Prinzipien basiert, und Dich dabei unterstützen, hilfreiche Beziehungen aufzubauen:

  1. Beziehungen (Relationships)
  2. Großzügigkeit (Generosity)
  3. Sichtbare Arbeit (Visible work)
  4. Zielgerichtetes Verhalten (Purposeful Discovery)
  5. Wachstumsorientiertes Denken (Growth Mindset)

Damit vereint Working Out Loud vieles von dem, was Du in diesem Artikel über Netzwerken erfahren hast.

Ursprünglich stand WOL unter einer Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung, aber Stepper hat die freie Verfügbarkeit der Methode nach und nach eingeschränkt und mittlerweile komplett widerrufen. (Was eigentlich gar nicht geht, aber das nur am Rande.) Einen sehr guten Überblick (und Downloads älterer Versionen des WOL Circle Guides) findest Du aber immer noch im WOL Wiki.

Falls Du einen eigenen WOL Circle gründen (oder einem beitreten) möchtest, kann ich Dir den PeerFinder von Leonid Lezner empfehlen.

Tipp #3: Tritt einer Mastermind-Gruppe bei

Mastermind-Gruppen bestehen aus 4 bis 5 Gleichgesinnten, die sich regelmäßig austauschen, um sich gegenseitig bei ihren Zielen zu unterstützen. Dabei steht nicht nur der fachliche Austausch im Vordergrund, sondern vor allem die gegenseitige Ermutigung, Verbindlichkeit und das Teilen von Erfahrungen und Lösungen.

Gerade für Dich als Solopreneur ist eine Mastermind-Gruppe unschätzbar wertvoll, um dranzubleiben, Deine blinden Flecken zu erkennen und klare nächste Schritte zu entwickeln. Außerdem hilft Dir der regelmäßige Kontakt dabei, nicht in alte Muster zurückzufallen oder Dich in Deinen Gedanken zu verlieren.

Und unabhängig davon, ob Du selbst eine Mastermind-Gruppe gründest oder einer bestehenden beitrittst: Achte auf eine ähnliche Werthaltung, eine gute Vertrauensbasis und ein verbindliches Format, beispielsweise ein festes Treffen alle zwei Wochen mit einer klaren Agenda.

Tipp #4: Gründe einen OKR Circle (oder tritt einem bei)

Ein OKR Circle ist eine Mischung aus Mastermind-Gruppe und WOL Circle. Jedes Mitglied verfolgt seine eigenen Ziele, formuliert als OKR (Objectives & Key Results), erhält aber regelmäßig Feedback und Unterstützung aus dem Circle. Durch den dreimonatigen OKR Zyklus entsteht außerdem ein gemeinsamer Rhythmus, der für einen starken Fokus und Commitment sorgt.

OKR Circle - Die bessere Mastermind für Solopreneure
Ein OKR Circle ist eine besondere Form der Mastermind-Gruppe, die gemeinsam Objectives & Key Results anwendet, um sich kontinuierlich zu verbessern.

Fazit

Netzwerken ist kein nettes Extra, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für Dich als Solopreneur. Ob es um Inspiration, Resilienz, neue Impulse oder ganz konkrete Hilfe bei Deinen Zielen geht: Die Menschen, mit denen Du Dich umgibst, beeinflussen maßgeblich, wohin Deine Reise geht.

Deshalb lohnt es sich für Dich, beim Netzwerken bewusster hinzuschauen und aktiv Beziehungen zu Menschen aufzubauen, die Dich wachsen sehen wollen.

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