Wir alle wollen das perfekte Produkt entwickeln, das sich quasi wie von selbst verkauft. Oder den perfekten Blogbeitrag schreiben, der direkt viral geht.
Natürlich hat das eine gute Seite. Du willst Deinen Kunden ein sensationelles Angebot machen. Oder Deinen Blog-Besuchern ein großartiges Leseerlebnis bescheren.
Perfektion bedeutet Erstarrung
Aber Perfektion hat eine Schattenseite. Das perfekte Produkt ist das Produkt, das nie das Licht der Welt erblickt. (Und falls doch, stellt sich oft heraus, dass es gar nicht perfekt ist.) Der perfekte Blogbeitrag ist der, der nie veröffentlicht wird, weil Du wochenlang an jeder kleinen Formulierung feilst.
Perfektion bedeutet, dass Du nie fertig wirst. Oder gar nicht erst anfängst, weil Du glaubst, dass es Dir ohnehin nicht gelingen wird. Perfektion ist einschüchternd. Perfektion führt dazu, dass Du ein hohes Risiko auf Dich nimmst, weil Du erst ganz am Ende merkst, dass Deine Idee doch nicht funktioniert.
Perfektion verschließt Türen.
Die Antworten sind nicht in Deinem Kopf
Als Sologründer befindest Du Dich in einem Umfeld, das ein Maximum an Ungewissheit und Komplexität ausweist. Das ist die vielzitierte VUCA-Welt. Und VUCA bringt es mit sich, dass die perfekte Idee, das perfekte Produkt und der perfekte Blogbeitrag nicht durch Nachdenken und Grübeln entstehen.
Denn die Antwort darauf, ob Dein Produkt perfekt ist, können Dir nur Deine Kunden geben. Ob Dein Blogbeitrag perfekt ist, entscheiden Deine Leser. Und deshalb tust Du gut daran, Dir so früh, so oft und so schnell wie möglich Feedback von Deinen Lesern und Kunden zu holen.
Perfektion entsteht durch Feedback, Reflexion & Wiederholung
Perfektion entsteht nicht durch umfassende Analysen oder lange Planung. Perfektion entsteht durch Feedback, Reflexion und Wiederholung. Mit jeder Wiederholung kannst Du das einfließen lassen, was Du vorher durch Feedback hinzugelernt hast.
Wenn Du beginnst, ein neues Produkt zu entwickeln, dann muss Deine erste Produktidee nicht perfekt sein. Sie muss nur gut genug sein, damit Du damit auf Deine Kunden zugehen kannst.
Wenn Du damit beginnst zu bloggen, muss Dein Blogbeitrag nicht perfekt sein. Er muss nur gut genug sein, dass Du ihn veröffentlichen kannst.
Wenn Du damit beginnst, Objectives & Key Results zu nutzen, muss Dein erstes OKR nicht perfekt formuliert sein. Es muss nur gut genug formuliert sein, damit Du starten kannst.
Gut genug öffnet Türen.
Gut genug ist der erste Schritt in Richtung besser als vorher. Und besser als vorher ist der Weg zur Perfektion.
Das Wunder der Iteration
Perfektion steht nicht am Anfang, sondern am Ende Deiner Lernreise. Und Iterationen sind der Schlüssel, mit dem Du von gut genug zu perfekt gelangst. Beginne mit einfachen Experimenten, MVPs und Prototypen, die gut genug sind, um Deine Geschäftsidee zu testen.
Fokussiere Dich auf schnelles Lernen. Verwirf das, was nicht funktioniert, und verbessere das, was gut ist.
Build, learn, repeat.


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