Wenn wir Solopreneure neue Ideen entwickeln, haben wir manchmal die blöde Angewohnheit, diese nur aus unserer "Lieblingsperspektive" zu betrachten. Manche denken eben lieber analytisch, andere sind oft kritischer als eigentlich notwendig und wieder andere sprudeln nur so vor Optimismus, wenn sie eine neue Idee haben.

Dabei ergibt sich ein wirklich umfassendes Bild erst dann, wenn wir unsere Ideen aus vielen verschiedenen Perspektiven beleuchten. Und weil Du als Solopreneur vieles alleine entwickelst, fehlen Dir häufig die notwendigen Sparringspartner, die Deine Einfälle aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Genau hierbei unterstützen Dich die 6 Denkhüte von de Bono.

Wobei helfen Dir die 6 Denkhüte von de Bono?

Die 6 Denkhüte von de Bono sind eine sehr nützliche Design Thinking Methode, um Deine Ideen aus vielen verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Für die Ideenfindung ist sie deshalb von unschätzbarem Wert, weil sie Dich dabei unterstützt, nicht permanent zwischen verschiedenen Denkweisen hin und her zu springen oder die Dinge ausschließlich aus Deiner "Lieblingsperspektive" zu betrachten.

Wie funktionieren die 6 Denkhüte von de Bono?

Ursprünglich waren die 6 Denkhüte von de Bono dazu gedacht, in Workshops mit mehreren Teilnehmern dafür zu sorgen, dass es nicht ständig hin- und hergeht. Du kennst das vielleicht: Jemand hat eine Idee und sofort findet sich jemand, der erstmal aufzählt, "was alles schiefgehen" kann. Andere beginnen hingegen sofort, Deine Idee weiterzuspinnen und zu erweitern und wieder andere möchten erstmal alle Informationen sammeln oder einen detaillierten Plan entwerfen.

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Das macht Kreativworkshops mitunter ziemlich anstrengend und zäh, auch wenn jede Perspektive wichtig und berechtigt ist.

Mit den 6 Denkhüten von de Bono bringst Du Struktur in solche Situationen. Denn der Trick der Methode besteht darin, dass sich alle Workshop-Teilnehmer gemeinsam den gleichen Denkhut aufsetzen und eine Idee immer nur aus ein und derselben Perspektive betrachten, statt die verschiedenen Blickwinkel gleichzeitig zu besprechen. Trotzdem werden alle Sichtweisen berücksichtigt – nur eben nacheinander und nicht gleichzeitig.

Die 6 Denkhüte sind:

  1. Gelber Denkhut für optimistisches Denken
  2. Grüner Denkhut für kreatives, assoziierendes Denken
  3. Blauer Denkhut für ordnendes, strukturierendes Denken
  4. Weißer Denkhut für analytisches, neutrales Denken
  5. Schwarzer Denkhut für kritisches Denken
  6. Roter Denkhut für emotionales Denken
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Auch wenn die 6 Denkhüte von de Bono ursprünglich für Workshops mit mehreren Teilnehmern konzipiert wurden, funktionieren sie auch sehr gut, wenn Du sie ganz alleine dazu nutzt, um Deine Ideen aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

Gelber Denkhut: Optimistisches Denken

Der gelbe Denkhut steht für optimistisches Denken in Chancen und Möglichkeiten. Hier geht es um Fragen wie "Was ist Dein Best-Case-Szenario?", "Welche neuen Möglichkeiten eröffnen sich Dir, wenn Du die Idee erfolgreich umsetzt?" oder "Welcher Wert entsteht für Dich, Dein Business und Deine Kunden, wenn die Idee Wirklichkeit wird?"

Grüner Denkhut: Kreatives Denken

Beim grünen Denkhut geht es wie beim Träumer der Walt-Disney-Methode darum, weitere Ideen zu sammeln, zu assoziieren und Deine Idee zu modifizieren, zu erweitern, anzupassen oder sogar vollkommen auf den Kopf zu stellen.

Hierzu kannst Du natürlich auch auf weitere Kreativmethoden wie zum Beispiel die SCAMPER-Methode zurückgreifen.

Blauer Denkhut: Ordnendes Denken

Der blaue Denkhut steht für ordnendes bzw. strukturierendes Denken und eignet sich deshalb ganz besonders gut, nachdem Du Dir den gelben und den grünen Hut aufgesetzt hast.

Jetzt kannst Du die Ideen aus den beiden vorangegangenen Phasen clustern, ordnen und gruppieren, um Dir einen Überblick zu verschaffen. In welchen Bereichen hast Du besonders viele Ideen gehabt? In welchen eher wenige oder sogar gar keine? Welche Oberthemen und Muster kannst Du in Deinen Einfällen entdecken? Welche Kategorien oder Gruppen kannst Du erkennen?

Weißer Denkhut: Analytisches Denken

Der weiße Denkhut hilft Dir dabei, Deine Idee objektiv und analytisch zu betrachten. Am ehesten ist er wohl mit dem Realisten der Walt-Disney-Methode vergleichbar. Was benötigst Du für die Umsetzung, wenn Du Deine Idee verwirklichen möchtest? Welche Voraussetzungen hat Deine Idee? Wie könnte ein konkreter Umsetzungsplan aussehen? Was sind die sinnvollsten nächsten Schritte?

Schwarzer Denkhut: Kritisches Denken

Der schwarze Denkhut ist das Gegenteil des gelben Denkhuts. Hier geht es um kritisches, negatives Denken. Mit ihm beleuchtest Du vor allem die Risiken und Gefahren Deiner Idee und überlegst, was alles schiefgehen könnte. Welche Nachteile oder Herausforderungen könnten durch Deine Idee entstehen?

Roter Denkhut: Emotionales Denken

Der sechste und letzte Denkhut steht für emotionales Denken, was ihn zum Gegenteil des weißen Denkhuts macht. Welche (positiven wie negativen) Gefühle löst Deine Idee in Dir aus? Wie fühlst Du Dich dabei und wie ist Deine aktuelle Stimmung?

Tipps zur Umsetzung

Auch wenn die 6 Denkhüte eine sehr einfache Methode sind, möchte ich Dir zum Schluss noch einige Tipps mit auf den Weg geben, wenn Du sie einmal ausprobieren möchtest. (So erspare ich Dir hoffentlich den einen oder anderen Stolperstein, der auf Dich lauert.)

Tipp #1: Spring nicht hin und her

Zunächst solltest Du nicht ständig den Denkhut wechseln, wenn Du die Methode anwendest. Denn genau das soll die Kreativmethode ja verhindern.

Nimm Dir also für jeden Denkhut 5 bis 10 Minuten Zeit, um Deine Idee aus jeder Perspektive zu betrachten, bevor Du den Denkhut wechselst. Am besten funktioniert das tatsächlich, wenn Du Dir einen Timer stellst.

Tipp #2: Mach mehrere Durchläufe

Genauso wie bei der Walt-Disney-Methode solltest Du Dich nicht nach dem ersten Durchlauf mit Deinen Ergebnissen zufriedengeben. Die wahre Kraft der 6 Denkhüte entsteht erst, wenn Du mehrere Durchläufe gemacht hast.

Tipp #3: Starte positiv

Natürlich kannst Du Dir die Reihenfolge, in der Du die Denkhüte von de Bono aufsetzt, selbst aussuchen. Starte am besten dort, wo es Dir am leichtesten fällt.

Ich persönlich bevorzuge die Reihenfolge, in der ich die Denkhüte auch in diesem Beitrag vorgestellt habe: gelb, grün, blau, weiß, schwarz und rot. So stelle ich sicher, dass ich immer mit den beiden positiven Phasen (gelb und grün) beginne und mir nicht als Erstes überlege, was alles schiefgehen könnte (schwarzer Denkhut).

Du kannst auch eine Variante anwenden und Dich zum Beispiel nach jedem Hut fragen, wie Du Dich mit dem aktuellen Stand fühlst (roter Denkhut). Dann ist die Reihenfolge: gelb, rot, grün, rot, blau, rot, weiß, rot, schwarz, rot.

Tipp #4: Suche Dir Sparringspartner

Auch wenn Du die 6 Denkhüte von de Bono alleine nutzen kannst, funktionieren sie in der Gruppe immer noch am besten. Wenn Du die Möglichkeit hast und zum Beispiel Teil einer Mastermind-Gruppe oder eines OKR Circles bist, kannst Du die Denkhüte auch in diesem Rahmen nutzen, um Deine Idee gemeinsam mit anderen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

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