Auch wenn Design Thinking sehr viel vom richtigen Mindset lebt, ist ein gut gefüllter Methodenkoffer in der Praxis nicht zu unterschätzen. Nicht jede Methode ist für jede Situation geeignet, und je mehr Methoden Du kennst (und ausprobierst), desto besser und zielgerichteter kannst Du sie für Deine Zwecke auswählen.

Deshalb öffne ich heute mal meinen Werkzeugkoffer und teile meine 32 Lieblingsmethoden aus dem Design Thinking mit Dir.

Design Thinking Methoden für die Phase "Kontext verstehen"

In der ersten Design Thinking Phase geht es zum einen darum, das Ziel Deines Design Thinking Prozesses besser zu verstehen und zum anderen möglichst viele Informationen zu gewinnen. Dazu kannst Du auf folgende Methoden zurückgreifen:

Methode #1: Design Challenge

Die Design Challenge ist eines der ersten Dinge, die Du festhalten solltest, bevor Du überhaupt mit dem Design Thinking Prozess beginnst. Sie ist von unschätzbarem Wert, um im weiteren Verlauf Deinen Fokus zu behalten. Wer ist Dein Nutzer? Welches Problem willst Du für ihn lösen? Und welches Ergebnis soll überhaupt herauskommen?

Wie Du mit der Design Challenge Deinen Fokus setzt
Eine Design Challenge hilft Dir dabei, Deine Forschungsfrage während des Design Thinking Prozesses nicht aus dem Blick zu verlieren.

Methode #2: Design Charrette

Nachdem Du Deine Design Challenge festgehalten hast, geht es im nächsten Schritt daran, Deine weitere Recherche zu planen. Wer sind potenzielle Nutzer? Welche Herausforderungen haben sie und in welchen Situationen treten diese auf?

Eine nützliche Design Thinking Methode, um Dir einen ersten Überblick zu verschaffen und Deine Nutzerrecherche zu planen, ist die sogenannte Design Charrette.

Design Charrette – So planst Du Deine Nutzerrecherche
Die Design Challenge ist fertig, aber wie geht’s weiter? Wie Du mit der Design Charrette in 3 Schritten Deine Nutzerrecherche planst.

Methode #3: Business Model Environment Map

Falls Du mit Design Thinking ein komplett neues Geschäftsfeld erkunden willst, kann es nicht schaden, Dir einen guten Überblick über Deinen Markt und Deine Branche zu verschaffen, bevor Du damit beginnst, Ideen zu entwickeln oder Kunden zu interviewen.

Auch hierzu gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, aber ich persönlich schwöre auf die Business Model Environment Map von Alexander Osterwalder.

Was ist die Business Model Environment Map?
Mit der Business Model Environment Map zoomst Du aus Deinem Business Model heraus und blickst über den Tellerrand auf Deinen Markt.

Methode #4: Customer Journey Map

Wenn es bei Deiner Design Challenge eher darum geht, die Interaktionen und Touchpoints Deiner Kunden mit Deinem Angebot zu verbessern, solltest Du einen Blick auf die Customer Journey Map werfen.

Als Grundlage und Informationsquelle für Deine Customer Journey Map kannst Du dabei sowohl auf die Job Map als auch die Empathy Map zurückgreifen. Beide bieten Dir ein großes Bündel an Erkenntnissen für die detaillierte Ausarbeitung Deiner Customer Journey Map.

So entwickelst Du eine Customer Journey Map
Wie Du mit der Customer Journey Map in die Fußstapfen Deiner Kunden schlüpfst und Dein Business aus ihrer Perspektive erlebst.

Methode #5: Buyer Utility Map

Streng genommen gehört die Buyer Utility Map eigentlich zur Blue-Ocean-Strategie. Es spricht jedoch nichts dagegen, diese Methode auch im Design Thinking anzuwenden.

Mit der Buyer Utility Map verschaffst Du Dir einen Überblick über potenzielle Geschäftsfelder, die aktuell von allen Wettbewerbern in Deinem Markt ignoriert werden. Für die spätere Entwicklung neuer Ideen und Prototypen kann die Buyer Utility Map deshalb von unschätzbarem Wert für Dich sein, weil sie Dir hilft, Blinde Flecken Deiner Branche zu entdecken.

Wie Du mit der Buyer Utility Map Blinde Flecken erkennst
Mit der Buyer Utility Map entdeckst Du Kundenprobleme, die Deine Branche ignoriert, um daraus ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln.

Design Thinking Methoden für die Phase "Menschen beobachten"

In der zweiten Design Thinking Phase steigst Du tiefer in die Lebenswelt Deiner Zielgruppe ein. Was bewegt sie? Wie sieht ihr Alltag aus? Was versuchen sie zu erreichen? Welche Herausforderungen und Probleme entstehen dabei? Welche Lösungen nutzen sie derzeit und was sind die Nachteile dieser Workarounds?

Methode #6: Design Thinking Interviews

Interviews gehören zum absoluten Standard im Design Thinking. Allerdings erfordern sie auch ein wenig Übung, damit Du den maximalen Nutzen aus dieser Methode ziehst. Wenn Du noch ganz am Anfang Deiner Design Thinker Karriere stehst, findest Du in diesem Blogbeitrag einen umfangreichen ersten Überblick, worauf Du achten solltest.

Die 5 wichtigsten Themen in Design Thinking Interviews
Gute Design Thinking Interviews decken fünf wichtige Themen ab. Lerne, worauf es ankommt und wie Du wertvolle Insights gewinnst.

Falls Dir das immer noch nicht reicht, wirf einen Blick in meine Rubrik Interviews. Dort findest Du alle Beiträge, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen.

Methode #7: User Shadowing

So wichtig Interviews mit Deinen Kunden und Nutzern im Design Thinking auch sind: Manchmal kommst Du mit dieser Methode nicht weiter. Deshalb solltest Du überlegen, wie Du neben reinen Gesprächen auch kleine Feldstudien durchführen kannst, um Deine Zielgruppe in ihrem Alltag zu beobachten – beispielsweise mit Fly on the Wall oder A Day in the Life.

Mit User Shadowing in den Alltag Deiner Nutzer abtauchen
Beim User Shadowing begleitest Du Menschen Deiner Zielgruppe in ihrem Alltag und erhältst so tiefe Einblicke in ihre Lebenswelt.

Methode #8: AEIOU

Das AEIOU-Schema von Rick Robinson ist eine prima Ergänzung, wenn Du User Shadowings durchführst. Das Schema ist einfach aufgebaut, leicht zu merken und kommt zugegebenermaßen ein wenig unscheinbar daher. Das AEIOU-Schema ist aber von unschätzbarem Wert, um keine wichtigen Aspekte bei Deinen Feldstudien zu übersehen.

Wie Du mit AEIOU alles im Blick behältst
Mit dem AEIOU-Schema von Rick Robinson behältst Du beim User Shadowing den sicheren Überblick.

Methode #9: Social Listening (Netnographie)

Neben dem User Shadowing kannst Du natürlich auch Social Media Plattformen bzw. "das Internet" dazu nutzen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was Deine Zielgruppe umtreibt. Beim Social Listening registrierst Du Dich auf passenden Social Media Plattformen, in Internetforen oder Facebook-Gruppen und liest dort aktiv mit, um herauszufinden, über welche Themen sich Deine Zielgruppe unterhält.

Ohren auf und zugehört! Social Listening einfach erklärt
Mit Social Listening verschaffst Du Dir schnell & einfach einen Überblick darüber, was Deine Zielgruppe aktuell bewegt.

Manchmal wird Social Listening auch als Netnographie bezeichnet. Es gibt allerdings auch Menschen, die beides für unterschiedliche Methoden halten. Wobei die genaue Unterscheidung (meiner Meinung nach) extrem schwierig ist. Während Social Listening seinen Ursprung im Marketing hat, stammt der Begriff der Netnographie aus dem wissenschaftlichen Umfeld.

Design Thinking Methoden für die Phase "Sichtweise definieren"

In den ersten beiden Design Thinking Phasen kommen erfahrungsgemäß eine Menge Informationen zusammen, die Du in irgendeiner Form strukturieren, bündeln und organisieren musst, bevor Du Dich daran machst, Ideen für Prototypen zu entwickeln. Die folgenden Methoden können Dich hierbei unterstützen:

Methode #10: How-might-we-Frage

Eine simple, aber sehr effektive Design Thinking Methode für diese Phase ist die sogenannte How-might-we-Frage. Sie hilft Dir dabei, den Problemraum abzuschließen und gleichzeitig den Lösungsraum zu öffnen. Richtig eingesetzt, weckt die How-might-we-Frage den Entdeckergeist in Dir!

Meine 6 Tipps für bessere How-might-we-Fragen
Nicht jede How-might-we-Frage ist gleich gut. So findest Du die richtige Flughöhe und öffnest den Lösungsraum für Deine Ideenfindung.

Methode #11: Problem Statement

Das Problem Statement funktioniert ähnlich wie die How-might-we-Frage. Du kannst es auch sehr gut als Basis bzw. Vorarbeit für Letztere nutzen. Die Übergänge sind dabei allerdings fließend: Du kannst Dein Problem Statement auch als How-might-we-Frage formulieren.

Das Problem Statement im Design Thinking – So geht’s!
Bevor Du ein Problem lösen kannst, musst Du es erstmal richtig verstanden haben.

Methode #12: Job Map

Falls Du in Deinen Interviews sehr viele Jobs to Be Done entdeckt hast und keinen klaren Blick darauf hast, wie alles miteinander zusammenhängt, kannst Du auf die sogenannte Job Map zurückgreifen. Sie ist besonders nützlich, um mehr Struktur und Ordnung in die Lebenswelt Deiner Zielgruppe zu bringen.

Außerdem lässt sie sich später sehr gut zur Customer Journey Map weiterentwickeln. (Siehe Methode #4)

Wie Du mit Job Map Deine Interview-Ergebnisse organisierst
Mit der Job Map bringst Du mehr Ordnung und Struktur in die Ergebnisse Deiner Design Thinking Interviews.

Methode #13: Job Stories

Während die Job Map lediglich die JTBD Deiner Kunden benennt, arbeitest Du mit einer Job Story den Kontext für jeden JTBD detailliert aus. Eine Job Story erzählt eine "kleine Geschichte" darüber, welcher JTBD erledigt werden soll, wann und wo das geschieht, was die Auslöser dafür sind, welche Lösung Deine Zielgruppe aktuell verwendet und welche Schmerzen und Probleme dadurch entstehen.

Mit der Job Story zu mehr Kundenfokus
Eine Jobs Story hilft Dir, die Ergebnisse Deiner Interviews präzise festzuhalten und ein genaues Bild von der Lebenswelt Deiner Kunden zu zeichnen.

Methode #14: (User) Persona

Die bekannteste Möglichkeit, Deine Erkenntnisse aus den beiden vorherigen Phasen auf den Punkt zu bringen und zu verdichten, ist sicherlich die Persona.

Die Persona ist ein extrem nützliches Tool, mit dem Du die Menschen Deiner Zielgruppe zum Leben erwecken kannst, damit sie Dir in späteren Phasen als fiktiver Gesprächspartner dient. So kannst Du Deine Prototypen präzise auf Dein Kundensegment ausrichten.

Wie Du mit einer Persona Deine Nutzer zum Leben erweckst
Wie Du mit einer Design Thinking Persona Deine Zielgruppe besser verstehst und Prototypen präzise auf Nutzerbedürfnisse abstimmst!

Achte jedoch darauf, dass eine Design Thinking Persona in erster Linie eine User Persona und keine Buyer Persona ist!

Methode #15: Value Proposition Canvas

Eine weitere Option, die Erkenntnisse über Deine Zielgruppe festzuhalten, ist sicherlich auch das Value Proposition Canvas von Alexander Osterwalder. Ähnlich wie bei einer Persona hältst Du hier vor allem die Jobs, Pains & Gains Deiner Zielgruppe fest.

Das Value Proposition Canvas verstehen und anwenden
In diesem Grundlagenartikel erfährst Du alles, was Du über das Value Proposition Canvas wissen musst.

Methode #16: Empathy Map

Auch die Empathy Map ist eine gute Option, Deine Erkenntnisse zu verdichten und zu organisieren. Im Unterschied zur Persona oder dem Value Proposition Canvas legt die Empathy Map aber einen stärkeren Fokus auf das Umfeld und den Kontext, in dem sich Deine Nutzer befinden, um dadurch mehr über ihre Gefühls- & Gedankenwelt zu erfahren.

Empathy Map – Wie Du Deine Kunden besser verstehen kannst
Mit der Empathy Map machst Du Dir ein klares Bild von der Situation Deines Kunden, um Dich besser in ihn hineinversetzen zu können.

Design Thinking Methoden für die Phase "Ideen entwickeln"

In dieser Design Thinking Phase geht es darum, möglichst viele Ideen zu entwickeln, ohne sie direkt zu bewerten oder gar direkt zu verwerfen. Deshalb sind die meisten Methoden dieser Phase natürlich Brainstormings, Brainwritings bzw. Varianten und Alternativen dieser beiden Klassiker.

Methode #17: "Klassisches" Brainstorming

Das klassische Brainstorming ist schon eine sehr alte Methode, um auf neue Ideen zu kommen. (Die Ursprünge liegen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts.) Damit ist Brainstorming sehr viel älter als Design Thinking, was aber nicht heißen soll, dass die Methode heute nutzlos wäre.

Es gibt viele verschiedene Alternativen und Varianten des Brainstormings und sowohl berechtigte als auch unberechtigte Kritik an der Methode. Für Dich als Solopreneur ist es zugegebenermaßen eher schwierig umzusetzen, weil Brainstorming ein echter "Teamsport" ist und immer in der Gruppe stattfindet.

So funktioniert Brainstorming: Grundregeln, Methoden und Tools | Atlassian
Entdecke die besten Brainstorming-Methoden mit klaren Regeln und effektiven Techniken. Erkunde Brainwriting, Reverse Brainstorming, schnelle Ideenfindung und hilfreiche Tools.

Methode #18: "Klassisches" Brainwriting

Eine der Brainstorming-Varianten ist das Brainwriting, bei dem Ideen und Einfälle zunächst individuell entstehen und dabei schriftlich festgehalten werden. Der Vorteil beim Brainwriting ist zum einen, dass auch eher introvertierte Menschen leichter Ideen beisteuern können und zum anderen, dass Ideen und Einfälle nicht so leicht verloren gehen wie beim klassischen Brainstorming.

Ähnlich wie das Brainstorming funktioniert auch das Brainwriting nur in einer Gruppe wirklich gut.

Brainwriting - Kreativitätstechniken.info
Zuletzt aktualisiert: 09.09.2020Brainwriting ist dem Brainstorming sehr ähnlich. Der wesentliche Unterschied ist der, dass beim Brainwriting Gedanken und Vorschläge nicht mündlich sondern schriftlich geäußert werden. Dadurch werden einige kritische Aspekte des Brainstormings umgangen. Es gibt verschiedene Varianten von Brainwriting wie zum Beispiel das Collective Notebook oder die 6-3-5-Methode. Anwendungsgebiete von Brainwriting Brainwriting ist eine gute Alternative ... Weiterlesen

Methode #19: SCAMPER-Methode

"To scamper" bedeutet so viel wie flitzen, herumhüpfen oder huschen und ist eine sehr nützliche Design Thinking Methode, wenn Du viele verschiedene Perspektiven zu Deiner Produktidee einnehmen möchtest.

Das Akronym SCAMPER steht dabei für Substitute, Combine, Adapt, Modify, Put to another use, Eliminate und Reverse (Rearrange).

Und weil ich sowohl die Bedeutung des Wortes to scamper als auch die Methode selbst so gerne mag, heißt unsere Community eben scamper.community. 😊

SCAMPER - 7 Denkanstöße für kreative, neue Ideen
Hier erfährst Du, wie die SCAMPER Methode funktioniert, welche Vorteile sie bietet und wie Du sie in Deinem eigenen Kreativprozess einsetzen kannst.

Methode #20: 6-3-5

Die 6-3-5 Methode ist eine besondere Brainwriting-Methode, die schon 1968 von Bernd Rohrbach entwickelt wurde, also auch eher einer der "Klassiker". Der große Pluspunkt dieser Design Thinking Methode ist vor allem, dass sie sehr einfach anzuwenden ist und allen Teilnehmern eine klare Struktur bietet, an der sich jeder gut orientieren kann. (Weshalb diese Methode gerade für Anfänger wirklich empfehlenswert ist.)

Was ist die 6-3-5 Methode? - Wissen kompakt - t2informatik
Die 6-3-5 Methode ist eine Kreativitätstechnik, bei der 6 Teilnehmer je 3 Ideen notieren, die in 5 Wechseln um je 3 neue Ideen ergänzt werden.

Methode #21: Crazy 8

Mit Crazy 8 generierst Du in 8 Minuten pro Teilnehmer 8 Ideen. Im Gegensatz zu vielen anderen Brainstorming-Methoden kannst Du Crazy 8 auch alleine spielen. Dabei empfiehlt es sich jedoch, das Ganze zwei- oder sogar dreimal zu durchlaufen, um auf den Ideen der vorherigen Runden aufzubauen.

Crazy 8: In 8 Minuten zu 8 originellen Ideen
Crazy 8 ist eine visuelle Kreativitätstechnik, um in kurzer Zeit originelle Ideen zu generieren. Sie eignet sich sehr gut als Aufwärmübung.

Methode #22: Mashup

Bei einem Mashup kombinierst Du ungewöhnliche und sich auf den ersten Blick widersprechende Ideen bzw. Dinge miteinander, um verrückte Ideen zu erzeugen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Methoden zur Ideengenerierung funktioniert die Mashup-Methode auch solo sehr gut. Beim Business Model Navigator werden beispielsweise Geschäftsmodell-Karten verwendet, um neue Ideen für Geschäftsmodelle zu entwickeln.

  • Wie würde Netflix das Problem lösen?
  • Was passiert, wenn Du Dein Geschäftsmodell auf ein Abonnement umstellst?
  • Welche Lösung für das Problem würde amazon anbieten?
Ideation Method: Mash-Up
“From Ideas to Action” Course Activity & Worksheet Any great ideation session begins with a well-framed opportunity. We use something we call “How Might We” statements—an optimistic, solutions-oriented starting point. It’s critical that a How Might We statement allows for a broad set of solutions, but is narrow eno

Methode #23: Walt-Disney-Methode

Auch die Walt-Disney-Methode darf an dieser Stelle natürlich nicht fehlen! Mit diesem Klassiker der Kreativ-Methoden schlüpfst Du nacheinander bzw. abwechselnd in die Rolle Träumer, Realist und Kritiker und betrachtest Deine Ideen und Einfälle aus diesen drei unterschiedlichen Perspektiven.

Mit der Walt-Disney-Methode neue Ideen entwickeln
Träumer, Realist oder Kritiker? Mit der Walt-Disney-Methode löst Du Denkblockaden auf und kommst auf neue Ideen.

Methode #24: 6 Denkhüte von de Bono

Die 6 Denkhüte von de Bono funktionieren ähnlich wie die Walt-Disney-Methode. Auch hier betrachtest Du Deine Idee aus unterschiedlichen Perspektiven und kannst sie so erweitern, anpassen, ergänzen und bewerten.

Hut ab! Die 6 Denkhüte von de Bono
Mit den Denkhüten von de Bono betrachtest Du Deine Ideen aus sechs unterschiedlichen Perspektiven. Schritt für Schritt statt alles auf einmal.

Methode #25: NABC-Methode

Die NABC-Methode ist ein besonders leichtgewichtiges Tool, wenn Du erste Geschäftsideen zu Papier bringen willst, ohne dabei zu viel Aufwand investieren zu wollen. Sie eignet sich vor allem dann, wenn es Dir nicht nur darum geht, ein Produkt zu entwickeln, sondern der Kontext deutlich größer ist, weil Du Dein ganzes Business mit Design Thinking entwickeln möchtest.

Gerade dann, wenn Dir besonders viele Ideen im Kopf herumschwirren, ist die NABC-Matrix dem Business Model Canvas gegenüber klar im Vorteil.

Ideen schnell & einfach mit der NABC-Methode entwickeln
Zu viele Ideen und keinen Überblick, wie’s weitergeht? Die NABC-Methode hilft Dir, schnell Ideen zu notieren und miteinander zu vergleichen.

Design Thinking Methoden für die Phase "Prototypen bauen"

Prototypen sind ein zentrales Element beim Design Thinking. Auch hier gibt es unzählige Möglichkeiten, Deine Ideen zum Leben zu erwecken und direkt erfahrbar zu machen, um sie besser zu verstehen.

Methode #26: Papierprototypen

Papierprototypen gehören zu den "Low fidelity"-Prototypen und wirken auf den ersten Blick vielleicht ein wenig oldschool. Sie haben aber auch heute noch ihre Berechtigung. Natürlich kannst Du heutzutage auch "schnell mit KI" einen ersten Prototyp generieren.

Ein Papierprototyp lässt sich jedoch im gemeinsamen Gespräch mit Kunden und Nutzern viel leichter anpassen und verändern, ohne dass man dazu technisches Know-how benötigt.

Technovation-Lehrplan: Papier-Prototypen
In dieser Lektion lernst du die Standardverfahren für Benutzeroberflächen kennen, erstellst einen Papierprototyp deiner App und holst dir Nutzerfeedback zu deinem Prototyp.

Methode #27: Mockup

Das Mockup ist meist der nächste logische Schritt, wenn Du aus Deinen Papierprototypen den vielversprechendsten ausgewählt hast. Auch hier hast Du noch kein wirklich funktionierendes Minimum Viable Product, sondern lediglich einen "digitalen Click Dummy", mit dem Du herausfindest, wie Deine Idee später aussehen und funktionieren könnte.

Für digitale Mockups kannst Du auf Tools wie Miro oder Figma zurückgreifen.

Mockup im Webdesign – Überblick und Tools / OfG Blog
Während ein Wireframe den Rahmen eines Designs liefert, bietet ein Mockup im Webdesign einen ersten Eindruck davon und ein Prototyp zeigt, wie es funktioniert.

Methode #28: Minimum Viable Product (MVP)

Streng genommen ist das Minimum Viable Product eigentlich gar keine Methode aus dem Design Thinking, sondern gehört zum Lean Startup. Das bedeutet jedoch nicht, dass Du es im Design Thinking nicht nutzen darfst.

(Wenn Du mich fragst, ist die Unterscheidung zwischen Design Thinking und Lean Startup eher "akademischer Natur" und in der Praxis sind die Übergänge ohnehin fließend.)

Was ist ein Minimum Viable Product?
Ein Minimum Viable Product (MVP) ist die kleinstmögliche Version Deines Produkts, um Kundenfeedback zu sammeln und schnell hinzuzulernen.

Ganz besonders hilfreich für Deinen Design Thinking Prozess sind übrigens das Concierge MVP und das Wizard-of-Oz-Experiment.

Design Thinking Methoden für die Phase "Prototypen testen"

Natürlich reicht es nicht aus, Prototypen nur zu bauen. Damit Design Thinking wirklich Wirkung zeigt, musst Du Deine Prototypen auch (gemeinsam mit Deinen Kunden) testen. Denn nur so findest Du ja heraus, ob Deine Idee funktioniert.

Methode #29: Testing Sheet

Du testest zum ersten Mal einen Prototyp und weißt noch nicht genau, wie Du das Ganze am besten gestalten solltest? Mit dem Testing Sheet kannst Du Deinen Test planen, organisieren und sogar wichtige Erkenntnisse dokumentieren.

Klein, aber oho! Das Testing Sheet im Design Thinking
Kaum ein Canvas kommt so unscheinbar daher wie das Testing Sheet. Aber gerade für Einsteiger ist dieses Design Thinking Tool extrem hilfreich.

Methode #30: Feedback Capture Grid

Ähnlich wie das Testing Sheet ist das Feedback Capture Grid eine sehr einfache Methode, um Prototypen-Tests mit Deiner Zielgruppe durchzuführen. Das Grundprinzip basiert dabei auf der Retrospektiven-Methode I like, I wish, I wonder, funktioniert aber auch wunderbar für Test-Sessions mit Kunden.

So testest Du Prototypen mit dem Feedback Capture Grid
Mit dem Feedback Capture Grid kannst Du beim Prototypentest alles Wichtige schnell & einfach festhalten.

Methode #31: Test Card

Die Test Card von Alexander Osterwalder ist besonders gut zur Planung Deiner Tests und Experimente geeignet. Im Gegensatz zum Testing Sheet oder dem Feedback Capture Grid legt sie jedoch einen stärkeren Fokus auf klare Metriken, mit deren Hilfe Du den Erfolg oder Misserfolg Deines Prototyps oder MVP validierst. (Deshalb kannst Du die Test Card auch sehr gut beim Lean Startup einsetzen.)

Mit der Test Card Annahmen in Erkenntnisse verwandeln
Die Test Card unterstützt Dich dabei, von Dir aufgestellte Hypothesen und Annahmen in validierte Erkenntnisse zu verwandeln.

Methode #32: A/B-Testing

Wenn Du herausfinden möchtest, ob Dein Prototyp eine echte Veränderung bewirkt, solltest Du über einen A/B-Test nachdenken. Beim A/B-Test vergleichst Du die Performance Deines Prototyps mit der Performance "ohne Prototyp" und kannst so herausfinden, ob er wirklich eine Verbesserung erzeugt. Natürlich kannst Du A/B-Tests auch dazu nutzen, um die Leistung von zwei Prototypen miteinander zu vergleichen.

A/B Testing
Finder hier die Grundlagen für A/B Testing auf deiner Website. Wir erklären die dir Grundlagen und den Einstieg in agiles Testen

Welche Design Thinking Methode nutzt Du am liebsten?

Ich hoffe, ich konnte Dich mit dieser Übersicht ein wenig dazu inspirieren, die eine oder andere Design Thinking Methode einfach mal auszuprobieren, falls Du sie noch nicht kanntest.

Natürlich habe ich einen "bunten Querschnitt" aus möglichen Methoden ausgesucht. Für jede Phase im Design Thinking Prozess gibt es noch eine Menge weiterer Methoden. Welche nutzt Du besonders gerne und welche sollte ich in diesem Beitrag auf jeden Fall noch ergänzen?

Schreib mir Dein Feedback in die Kommentare und teile Deine persönlichen Favoriten mit mir!

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