Als der Grafikdesigner Mike Cessario 2009 die Vans Warped Tour besuchte, machte er eine spannende Entdeckung. Und zwar beobachtete er, dass viele der dort auftretenden Punkrock-Musiker Wasser aus Energy-Dosen tranken.
Der Grund dafür war, dass Monster Sponsor des Festivals war und die Musiker deshalb gezwungen waren, aus den Dosen des Herstellers zu trinken. Aber Energy-Drinks sind eben nicht unbedingt das, was man als Musiker auf der Bühne trinken sollte.
Dieses unscheinbare Erlebnis machte Cessario darauf aufmerksam, dass Wasser trinken irgendwie "uncool" war. Warum konnte es nicht cool sein?
Mit der Jobs-to-Be-Done-Methode (JTBD) lässt sich das dahintersteckende Problem sehr anschaulich erklären. Denn sie unterscheidet zwischen funktionalen, emotionalen und sozialen Jobs to Be Done.
Und die Musiker und Besucher des Punkrock-Festivals hatten sowohl einen funktionalen als auch einen wichtigen sozialen JTBD zu erledigen, die sich aber nicht gleichzeitig umsetzen ließen.
Der funktionale JTBD
Der offensichtliche Job to Be Done von Festivalbesuchern und Punkrock-Musikern ist natürlich: Durst löschen. Dieser funktionale JTBD lässt sich prinzipiell mit allen erdenklichen Getränken erreichen. Man trink halt irgendwas.
Durst löschen ist in diesem Fall aber noch mit einem ganz konkreten Customer Need bzw. Customer Gain gekoppelt: Denn für Festivalbesucher und Musiker ist es wichtig, möglichst gesund zu trinken, weil sie sehr viel Flüssigkeit aufnehmen müssen, um nicht zu dehydrieren.
Wenn wir Cessarios Beobachtung auf einer rein funktionalen Ebene betrachten, sieht das Ganze wie folgt aus:
JTBD
Need bzw. Gain
Durst löschen (funktional)
Möglichst gesund und viel trinken, um Dehydration zu verhindern.(funktional)
Wenn Du schon mal auf einem Festival warst, weißt Du bestimmt, wie wichtig es ist, viel zu trinken. Und dadurch wird es bei der Auswahl passender Getränke schon "etwas enger".
Im Grunde ist Wasser die einfachste und beste Möglichkeit, den JTBD zu erledigen und gleichzeitig auch den Customer Gain zu erfüllen.
Der soziale JTBD
Das Problem mit Wasser besteht darin, dass Festivalbesucher und Punkrock-Musiker noch einen zweiten JTBD haben. Und das ist kein funktionaler, sondern ein sozialer Job to Be Done.
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