Vielleicht geht es Dir ja so wie vielen anderen Solopreneuren & Sologründerinnen, mit denen ich spreche, und Du sehnst Dich danach, ein magisches Produkt zu erschaffen. Das perfekte Angebot, das alle Kunden lieben. Eine Dienstleistung, die Deine Kunden weiterempfehlen, ohne dass Du sie dazu auffordern müsstest. Ein magnetisches Meisterwerk, das Neukunden anzieht wie von Zauberhand.

Die Wahrheit ist:

Dein Kunde interessiert sich nicht für Dein Produkt.

Nicht einmal ein bisschen. Für Deinen Kunden ist Dein Angebot nur Mittel zum Zweck. Dein Kunde will sich nicht mit Notion beschäftigen. Dein Kunde möchte Ordnung in seine Gedanken bringen und wichtige Informationen schnell wiederfinden.

Wenn Dein Kunde sagt: "Ich liebe Notion", dann meint er eigentlich: "Ich liebe, was Notion mir ermöglicht zu sein, zu tun, zu erreichen oder sogar zu fühlen."

Getting the job done

Der Wirtschaftswissenschaftler Clayton Christensen hat das in seinem Buch Competing Against Luck schon vor 10 Jahren sehr präzise auf den Punkt gebracht:

💬
Wenn wir ein Produkt kaufen, heuern wir es im Grunde an, um eine Aufgabe zu erledigen. Wenn es seine Aufgabe gut erfüllt, greifen wir bei derselben Aufgabe wieder auf dasselbe Produkt zurück. Und wenn das Produkt seine Aufgabe schlecht erfüllt, feuern wir es und suchen nach etwas anderem, das wir zur Lösung des Problems einsetzen könnten.

Dein Weg zum magischen Kundenmagneten besteht also nicht darin, ein perfektes Produkt zu entwickeln, sondern die Jobs to Be Done Deiner Kunden zu kennen und ihnen eine Lösung anzubieten, die ihnen genau dabei hilft.

Jobs to Be Done – Alles, was Du wissen musst
Tauche ein in die Welt von Jobs to Be Done und lerne, wie Du mit JTBD die Kundenzentrierung Deines Geschäftsmodells maximierst.

Herzlichen Glückwunsch!

Du hast gerade den ersten Schritt in die Welt des Design Thinkings gemacht. Denn Du kannst nun zwischen Problemraum und Lösungsraum unterscheiden.

Der zweite Schritt besteht darin, zuerst den Problemraum Deiner Kunden zu erforschen, bevor Du Dich daran machst, Lösungen zu entwickeln.

Alles, was Du dazu tun musst, ist, die Lebenswelt Deiner Kunden zu erforschen.

  1. Welche Aufgaben, Doings, Jobs to Be Done (JTBD) haben Deine Kunden und Nutzer?
  2. Welche Ziele möchten sie mit ihrem JTBD erreichen? Wann ist der JTBD "gut" erledigt? Welche Maßstäbe legen sie dabei an?
  3. Welchen Problemen und Herausforderungen müssen sich Deine Kunden stellen, wenn sie ihre JTBD erledigen?
  4. Wo und wann erledigen sie ihre JTBD? Sind sie zuhause oder unterwegs? Ist jemand bei ihnen oder sind sie allein? Wie sind der Kontext und die Situation?
  5. Welche Lösungen & Workarounds nutzen sie derzeit dafür?

All das herauszufinden ist kein Hexenwerk.

Du musst lediglich damit aufhören, Dich selbst als Webdesignerin, Berater, Expertin, Podcasterin oder Content Creator zu sehen.

Werde Forscher & Entdecker

Make people awesome

Erst wenn Du spürst, dass es nichts mehr für Dich zu entdecken gibt, und Du das Problem Deiner Zielgruppe präzise auf den Punkt bringen kannst, dann bist Du bereit, ein herausragendes Produkt zu entwickeln. Aber nicht, weil Du Experte für Dein Produkt bist, sondern weil Du Experte für die Lebenswelt Deiner Zielgruppe bist.

Oder um es mit den Worten von Kathy Sierra zu sagen:

Upgrade your user, not your product. Don't build better cameras — build better photographers.
Teile diesen Beitrag