Wenn Du meinen Blog schon ein wenig länger liest, dann weißt Du wahrscheinlich auch, dass ich Interviews mit Kunden und Nutzern wirklich liebe. Wenn man sie richtig durchführt, lernt man sehr viel über seine Zielgruppe.

Blinde Flecken bei Interviews

Aber so hilfreich und nützlich Interviews im Design Thinking auch sein mögen: Sie haben zwei große Nachteile. Zum einen erhältst Du häufig sozial erwünschte Antworten (egal, wie gut Du darin bist, Interviews zu führen). Und zum anderen können Dir Deine Interviewees nichts über ihr unbewusstes Verhalten berichten (selbst wenn sie es wollten).

Dadurch entstehen Blinde Flecken, die Du bei keinem Interview vermeiden kannst.

Sozial erwünschte Antworten

Das erste große Problem bei Interviews sind sozial erwünschte Antworten. Menschen haben die Tendenz, nicht unbedingt wahrheitsgemäß zu antworten, sondern Dir die Antworten zu geben, von denen sie glauben, dass Du sie hören möchtest.

Ein Möglichkeit diesen Effekt abzumildern, ist der Mom Test von Rob Fitzpatrick. Allerdings wirst Du dieses Problem auch damit niemals vollends vermeiden können.

Und selbst wenn doch, wird immer noch der zweite Blinde Fleck bleiben:

Unbewusstes Verhalten

Vieles von dem, was wir Menschen in unserem Alltag machen, erledigen wir mit Routinen und Gewohnheiten. Unser Gehirn läuft dann quasi auf Autopilot und wir wissen gar nicht genau, was wir tun und wie wir es tun.

Zwei Drittel der Alltagshandlungen erfolgen per Autopilot
Die meisten unserer Verhaltensweisen beruhen laut einer Studie nicht auf bewusster Wahl, sondern auf Gewohnheit. Das Wissen darum könnte praktische Vortei…

Wenn Du Deine Nutzer also nur befragst, werden sie Dir viele wichtige Informationen schlichtweg nicht geben können – weil sie es einfach nicht wissen.

Die Alternative zu Interviews: User Shadowing

Wenn Du also wirklich wissen willst, wie der Alltag Deiner Nutzer genau aussieht, dann bleibt Dir gar nichts anderes übrig, als sie in ihrem Alltag zu begleiten, zu beobachten und zu dokumentieren, was sie tatsächlich tun.

Im Design Thinking wird dazu eine Methode genutzt, die sich User Shadowing nennt. Ursprünglich kommt das Ganze aus der ethnographischen Feldforschung, hat aber mittlerweile seinen festen Platz in der UX Research und eben im Design Thinking gefunden.

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