Als Solopreneure investieren wir oft sehr viel Zeit und Energie in klare und messbare Ziele oder Objectives & Key Results, um uns auf die wirklich wichtigen Dinge unseres Business zu konzentrieren. Oder wir versuchen, neue Gewohnheiten zu entwickeln, um noch produktiver, erfolgreicher oder "irgendwas" zu werden. Höher, weiter, schneller und das Ergebnis immer klar vor Augen.
Aber wann hast Du eigentlich das letzte Mal etwas ausprobiert, weil Du einfach nur neugierig warst? Und noch gar nicht wusstest, was dabei rauskommen wird bzw. was rauskommen soll? Wann hast Du das letzte Mal einen PACT mit Dir selbst geschlossen und Dich nur von Deiner Neugierde leiten lassen?
Was ist ein PACT?
Der PACT ist eines der wichtigsten Elemente in Anne-Laure Le Cunffs Tiny Experiments. Mit ihm legst Du den Grundstein dafür, Experimente erfolgreich in Deinen Alltag zu integrieren. Ein PACT ermöglicht Dir, neue Wege zu beschreiten und Ideen zu verfolgen, Dich von Deiner Neugierde leiten zu lassen und Deine Kreativität zu entfalten.
Für einen PACT musst Du Dich weder anstrengen, noch besonders diszipliniert sein. Denn im Grunde ist ein PACT nicht mehr als eine einfache und wiederholbare Aktivität.
Im Gegensatz zu Objectives & Key Results konzentrierst Du Dich bei einem PACT nicht auf ein vorab festgelegtes Ergebnis, sondern lediglich auf Deinen Input oder den daraus entstehenden Output.
Formel für einen PACT
Um erfolgreich einen PACT mit Dir selbst zu schließen und Dein erstes Tiny Experiment zu beginnen, brauchst Du nicht mehr als diese kleine Formel:
Ich werde [Aktion] für [Dauer].
Du siehst, ein PACT ist wirklich sehr einfach aufgebaut und das ergibt durchaus Sinn. Aber vielleicht fragst Du Dich gerade, wofür das Akronym PACT überhaupt steht.
PACT bedeutet purposeful, actionable, continuous & trackable.
Purposeful (bedeutungsvoll)
Obwohl sich ein PACT nicht auf Outcome und Ergebnisse fokussiert, sollte er natürlich trotzdem aufregend und inspirierend sein. Denn der Grundgedanke eines PACT ist ja, dass Du Dich von Deiner Neugierde leiten lässt und deshalb sollte die Tätigkeit Deines PACT bedeutungsvoll für Dich sein.
Actionable (handlungsorientiert)
Jedes gute Experiment basiert auf Handlungen und Aktionen, die Du verlässlich durchführen kannst. Dein PACT sollte deshalb handlungsorientiert (actionable) sein und Dich ins Tun bringen. Deshalb sollte Dein PACT auch keinerlei Abhängigkeiten haben und so einfach wie möglich umzusetzen sein.
Gleichzeitig sollte er mit Deinen aktuellen Ressourcen zu bewältigen sein und in Dein Leben passen. Es geht nicht darum, dass Du Dich strecken musst, um ihn umzusetzen.
Vergiss nicht: Es heißt Tiny Experiments, nicht Stretch Experiments.
Continuous (kontinuierlich)
Damit Dein PACT wirklich ein echtes Experiment ist, musst Du ihn wenigstens für einen kurzen Zeitraum verfolgen. Denn nur so bist Du in der Lage, Daten zu sammeln und Erkenntnisse zu gewinnen.
Genau deshalb sollte er so einfach wie möglich und gleichzeitig verlässlich wiederholbar sein. Einen guten PACT kannst Du also täglich, wöchentlich, am Wochenende oder monatlich durchführen, ohne dass Du Dich dazu besonders anstrengen musst.
Trackable (nachverfolgbar)
Beim einem PACT geht es weder um Key Results noch um Key Performance Indicators. Metriken verleiten Dich nur dazu, Dich auf einen bestimmten Outcome zu fokussieren.
Viel einfacher ist es, wenn Du Deinen PACT mit einer simplen Ja/Nein-Frage beantworten kannst: Hast Du es gemacht oder nicht?
Vorteile eines PACT
Im Gegensatz zu vielen anderen Methoden bietet Dir ein PACT eine Menge Vorteile.
Erstens versuchst Du für einen klar begrenzten Zeitraum etwas Neues und lernst aus den Erfahrungen, die Du dabei sammelst. Weil Du Deinen PACT so definierst, dass er optimal in Deinen Alltag passt, musst Du Dich dabei nicht einmal besonders anstrengen oder diszipliniert sein.
Zweitens hat ein PACT niemals ein schlechtes Ergebnis, weil es kein Ergebnis gibt. Es geht ausschließlich darum, Deiner Neugierde zu folgen und (rückblickend) hinzuzulernen.
Außerdem zwingt Dich Dein PACT dazu, wenigstens eine gewisse Zeit zu warten, bevor Du Dir überlegst, was Du hinzugelernt hast. So stellst Du sicher, dass Du keine voreiligen Schlüsse ziehst.
Was ist ein PACT nicht?
Ein PACT ist keine Gewohnheit
Auch wenn die Ähnlichkeit eines PACT mit Gewohnheiten unbestreitbar ist, unterscheiden sich Gewohnheiten in einigen Punkten markant. Selbst mit den bekannten Micro Habits hat ein PACT im Grunde nur die Einfachheit gemeinsam.
Eine Gewohnheit zieht beispielsweise immer auf ein Ergebnis ab. Du gehst regelmäßig spazieren, um Deine Gesundheit oder Dein Wohlbefinden zu verbessern. Du liest regelmäßig Bücher, um schlauer zu werden. Oder Du schreibst 300 Wörter pro Tag, um Dein Buch fertigzustellen.
Ein PACT hingegen ist zeitlich begrenzt und hat kein vorab definiertes Ergebnis.
- Ich gehe 10 Tage lang für 10 Minuten spazieren.
- Ich lese 12 Bücher in 12 Monaten.
- Ich schreibe 20 Tage lang täglich 300 Wörter.
Im Gegensatz zu einer Gewohnheit kann deshalb auch ein "fehlgeschlagener" PACT erfolgreich sein: Weil Du etwas (über Dich) hinzugelernt hast.
Ein PACT ist kein OKR
Auch mit OKR hat ein PACT einige Gemeinsamkeiten. Beispielsweise geht es auch bei Objectives & Key Results darum, hinzuzulernen. Sprich: Das Ergebnis zum Ende des Quartals ist zwar wichtig, noch wichtiger ist jedoch, was Du im letzten OKR Zyklus gelernt hast.
Allerdings bestimmst Du Deine Learnings bei OKR immer mit Bezug auf Deine Key Results, also Deinem Outcome. Ein PACT hingegen kennt kein Outcome, sondern lediglich Input oder Output.
Bist Du bereit für Deinen ersten PACT?
Vortrefflich! Schreib Deinen PACT in die Kommentare oder teile ihn in der scamper.community mit anderen Solopreneurinnen & Sologründern. Ich bin gespannt von Dir zu lesen.



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